World Radiosport Team Championship 2018

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Wittenberg. (xv) Mit der 17jährigen Xenia Berger (ZL4YL) aus Neuseeland und dem 23jährigen Mathias Acevedo (CE2LR) aus Chile reisen zwei der jüngeren Wettkämpfer an. Wie sie zum Amateurfunk kamen, wie sie sich auf die Weltmeisterschaft vorbereiten und mit welchen Wünschen und Erwartungen sie nach Deutschland kommen, berichten sie im Interview.

„Xenia und Mathias zunächst einmal vielen Dank, dass Ihr Euch trotz der gegenwärtigen und umfangreichen Reisevorbereitungen Zeit für das Interview nehmt.
Wie seid Ihr überhaupt zum Amateurfunk gekommen?

Xenia: „Mein Vater, der schon in Deutschland Funkamateur war, hat mich dazu gebracht. Er wurde mit 16 Jahren Funkamateur. Er wollte, dass die ganze Familie eine Lizenz hat und jetzt ist das auch der Fall, außer bei unserer Katze. Die Lizenz zu machen war sozusagen ein Teil unserer Erziehung in der Familie.“
Mathias: „Nun, 2010 war ich Mitglied der Jugendfeuerwehr in La Cahara und dort mit Funkgeräten gut vertraut. Beim Besuch eines Funkamateurs nahm dieser mich mit zu einer Funk-Ausstellung nahm. Dort traf ich Mitglieder vom lokalen Radio Club, die Funkkontakte mit Leuten in Chile und dem umliegenden Ausland hatten. Das interessierte mich brennend. Ich wurde sofort Mitglied im Club, um eine Amateurfunk Lizenz zu bekommen. Durch den Radio Club lernte ich den Kurzwellen-Weitverkehr und das wettbewerbsmäßige Funken kennen.“

„Was fasziniert Euch am Amateurfunk und was mögt Ihr am Amateurfunk besonders gern?“
Xenia: „Ich lese viel und immer wenn ich ein Buch mit Apokalypse Scenario gelesen habe, wurde immer ein Amateurfunker zwecks Kommunikation gesucht. Es waren immer Funkamateure die entscheidenden Anteil am Überleben des Protagonisten hatten. Genau so war es beim Erdbeben in Napier 1931. Es waren Funkamateure, die das Marine-Schiff Victoria kontaktierten und um Hilfe riefen. Dadurch wurden viele Leute gerettet. Mit gefällt besonders gut, dass Amateurfunk nicht nur ein Hobby ist, es ist ein äußerst wichtiger Teil des Notfunks.“
Mathias: „Nun, nachdem ich nun wusste, wie sehr mich der der Kurzwellen-Weitverkehr reizte, besorgte mir mein Vater einen 10m hohen Mast, auf dem ich eine 5 Element Richtantenne für das 10m-Amateurfunkband montierte. Mit einem alten Funkgerät konnte ich viele Stationen in der Welt erreichen. 2013 wurde ich zu einem Wettbewerb eingeladen. Das war mein erster Contest in einem sehr erfahrenen und bekannten chilenischen Team. Das war der Auslöser dafür, Telegrafie innerhalb eines Jahres zu erlernen und bei weiteren Wettbewerben konnte ich erste Erfolge erzielen.“

„Welche Schwerpunkte setzt Ihr im Amateurfunk?“
Xenia: „Mein Hauptinteresse im Amateurfunk gilt Funkwettbewerben, und auch dem Kurzwellen-Weitverkehr, aber nicht ganz so viel. Quasseln ist nicht mein Ding – weder per Funk noch im richtigen Leben. Mir gefällt die Idee des Wettbewerbs, ebenso wie das Aufstellen von neuen Rekorden für Neuseeland oder sogar ganz Ozeanien. Daher freue ich mich ganz besonders auf die WRTC.”
Mathias: „Ich möchte meine Fertigkeiten als Contest-Operator möglichst jeden Tag verbessern und versuchen, noch mehr Funkamateure für Conteste und für den weltweiten Funkverkehr auf Kurzwelle motivieren.“

"Wie habt Ihr den "Qualifikations-Marathon" erlebt?
Xenia: „Der Qualifikationsmarathon hat mir eigentlich nicht viel ausgemacht, höchsten dadurch, dass ich nicht mehr so oft an den großen Wettbewerben teilnehmen konnte, weil sich mein Vater darin für die Weltmeisterschaft qualifizieren musste. Ein Problem lag darin, dass wegen der Zeitdifferenz die meisten Conteste nicht vor 13 Uhr mittags am Montag zu Ende sind. Das bedeutete, dass Vater sich immer wieder Urlaub nehmen musste und dass wir dadurch weniger Ferienzeit hatten.“
Mathias: „Nun, das hat 2016 begonnen. Ich beherrschte inzwischen die Morse-Telegrafie recht gut und durfte eine Station mitbenutzen, wodurch ich in die „Top Five“ in einer der beiden Südamerika-Regionen kletterte. Es ist natürlich schwer an die Spitze zu kommen, aber mit den Wettbewerben in 2016 und 2017 habe ich den 3. Platz in der Region erreicht. Mit diesem Ergebnis bewarb ich mich zusammen mit Bryant Rascoll, (KG5HVO) als „Jugend-Team“ um einen Platz bei der Weltmeisterschaft in Deutschland. Als dann am 1. Oktober die E-Mail kam, dass wir uns als „Jugend-Team“ qualifizierten, war es eine Riesenfreude, dass wir an diesem weltweit größten Amateurfunkereignis teilnehmen werden.“

„Wie bereitet Ihr Euch auf die WRTC in technischer, physischer und mentaler Hinsicht vor?“
Xenia: „Im letzten Jahr habe ich oft im Single-Betrieb an den großen Contesten teilgenommen, um mich an die langen Wettbewerbszeiten zu gewöhnen. Wegen der schlechten Ausbreitungsbedingungen, gibt es hier in Neuseeland kaum Phasen des Wettbewerbs, in denen drei, vier oder mehr Verbindungen in der Minute erreicht werden können. Das erwartet uns aber in Deutschland bei der WM. Daher trainieren wir die mit einem Computerprogramm, das “Morse Runner” heißt, diesen schnellen Funkbetrieb.“
Mathias: „Nun, auch ich habe jeden Tag mit dem Morserunner- Programm geübt und an allen Contesten teilgenommen. Ich habe die Ergebnisse der letzten Wettbewerbe studiert, um etwas über die Ausbreitungsbedingungen zu lernen. Ich bin auch noch einmal in die USA gefahren, um meine Mannschaft vorzubereiten und um mit meinem Partner mit einer Ausrüstung, wie wir sie in Deutschland haben werden, zu üben.“

„Welche Erwartungen und Ziele habt Ihr für die Weltmeisterschaft, worauf freut Ihr Euch?“
Xenia: „Ich hoffe, dass wir nicht Letzter werden und dass wir kein Pech mit unseren Geräten oder auch sonst haben. Ich hoffe, dass es uns gut gefallen wird und dass wir nicht vergessen, Spaß am Wettbewerb zu haben. Ich freue mich auch darauf,  all die großartigen Wettkämpfer zu treffen, von denen ich schon viele per Funkkontakt erreicht habe – nun lerne ich sie persönlich kennen.“
Mathias: „Ich erwarte vor allem, Erfahrungen zu gewinnen, die besten Wettkämpfer der Welt kennenzulernen und alles, was mir hilft, mich als Wettbewerbsfunker zu verbessern. Ich freue mich auch, sicher ebenso wie du, dieses wundervolle Hobby teilen zu dürfen.“

„Wann dürfen wir Euch in Wittenberg begrüßen?“
Xenia: „Am Mittwoch, dem 11. Juli treffen wir ein.“
Mathias: „Wir reisen einen Tag vorher am 10.Juli an“

Die Fragen stellte Klaus Wöhler (DF9XV), Pressesprecher der WRTC 2018. Die Antworten in deutscher Sprache wurde redaktionell gekürzt wiedergegeben.
Die deutsch-englische Übersetzung verfassten Uli Weiß (DJ2YA) und Ed Durrant (DD5LP).

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Zusatz und Erklärung für die Redaktionen:
In dieser wie auch in weiteren Presseinformationen finden sie hinter den Namen der im Text genannten Personen immer wieder Buchstaben und Ziffern. Dabei handelt es sich um deren Amateurfunkrufzeichen. Beispiel: „…., sagte Michael Höding, DL6MHW,…“ Es wäre schön, diese Rufzeichen mit abzudrucken bzw. mit zu verwenden. Die Rufzeichen werden als amtliche Rufzeichen nach erfolgreich abgelegter Prüfung durch die Bundesnetzagentur dem Funkamateur zugewiesen

Über die WRTC 2018
Noch 15 Tage sind es, bis die “Weltmeisterschaft der Funkamateure” im Elbe-Elster-Land beginnt. In der Region zwischen Wittenberg und Jessen findet die “World Radiosport Team Championship (WRTC)” erstmalig in Deutschland statt. 63 Zweier-Teams der besten Funksportler aus aller Welt stellen ihr Können im Wettbewerb am 14. und 15. Juli  unter Beweis. Anders als in anderen Wettbewerben funken die Teilnehmer bei der WRTC mit identischen Antennen aus derselben geografischen Region, so dass alle für die Wettkämpfer und Wettkämpferinnen die Voraussetzungen gleich sind.
Die World Radiosport Team Championship (WRTC) findet alle vier Jahre statt.  Die vorhergehenden WRTC’s fanden statt in Seattle/USA (1990), San Francisco/USA (1996), Slovenien (2000), Finnland (2002), Brasilien (2006), Russland (2010), und New England/USA (2014).
 
Weiterführende Information sind verfügbar auf den Web-Seiten http://www.wrtc2018.de oder http://www.funksportwm2018.de.

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