World Radiosport Team Championship 2018

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Foto: Marko Schoeneberg

Wittenberg. (xv) Wenige Tage vor Beginn der Amateurfunk Weltmeisterschaft hatten wir Gelegenheit mit dem Bürgermeister der Stadt Wittenberg, Jochen Kirchner ein Interview zu führen.
 
„Wittenberg ist für die Amateurfunk Weltmeisterschaft in den nächsten Tagen der zentrale Ort der Organisation und der besonders wichtigen Ereignisse wie die feierliche Eröffnung und Siegerehrung. Viele Gäste werden aus dem In- und Ausland die Lutherstadt kennen lernen.
Was sagen Sie dazu und wie wird diese sehr spezielle Weltmeisterschaft von den Wittenbergern wahrgenommen? 

 Nachdem Reformationsjubiläum ist vor dem Reformationsjubiläum. Es bleibt mehr als die bloße Erinnerung an dieses so einmalige Jahr für unsere Lutherstadt. Als „kleinste Großstadt der Welt“ kennt Wittenberg kein Verfallsdatum als weltoffener, bunter Ort des Dialogs. Ein Dialog, der mit der Funkweltmeisterschaft eine nahtlose Fortsetzung erfährt. Mit der Wittenberger Universität Leucorea und seinen Persönlichkeiten beherbergt die Stadt ein beeindruckendes akademisches Vermächtnis. Wilhelm Weber als Sohn unserer Stadt und Erfinder der elektrischen Telegraphie steht Pate für den heutigen Funksport. Eine bessere Verbindung kann es nicht geben! Deshalb freue ich mich sehr, dass dieses internationale Großereignis in der Lutherstadt Wittenberg stattfindet. Unsere Wittenbergerinnen und Wittenberger sind nicht nur hervorragende Gastgeber, sondern auch besonders aktiv und technikaffin.
 
Was dachten Sie persönlich, als Ihnen das Anliegen der Funkamateure vorgetragen wurde? 
 
Klasse. Es zeugt davon, dass Ehrenamt keine Grenzen kennt. Um sich zu verstehen bedarf es nicht immer Worte, aber einer Verbindung. Als Funkerinnen und Funker sind Sie nicht nur Pioniere des Fortschritts, sondern auch Wegbereiter der grenzenlosen, weltumspannenden Verständigung. In einer Zeit von Fake-News, Anfeindungen und maßlosem Vokabular leistet die kurzwellige Verbindung einen entscheidenden Beitrag für die Völkerfreundschaft. Schön, dass dieser einzigartige Sport der Funkstille entgegensteht und Menschen einander näherbringt.
 
Hatten Sie schon zuvor Berührungspunkte zum Amateurfunk privat oder in dienstlichen 
Zusammenhängen z.B. beim Thema Katastrophenschutz? 
 
Großereignisse bedürfen nicht einzig der Unterstützung vieler Hände und Köpfe. Genauso wichtig ist, die „gleiche Sprache“ zu sprechen. Mit dem Einsatz des Digitalfunks aller BOS-Kräfte zum Reformationsjubiläum hat sich diese Form der Sprache bewährt. Wir dürfen dankbar und glücklich sein, dass der Einsatz des Digitalfunks für reibungslose Abläufe sorgt und zur Sicherheit aller Besucherinnen und Besucher beiträgt.
 
Erstmals in Deutschland findet diese Weltmeisterschaft statt. Wittenberg ist das organisatorische Zentrum der Veranstaltung. Was meinen Sie dazu? 
 
Weltmeisterschaften begeistern die ganze Familie. Davon zeugt nicht nur die aktuelle Fußball-WM. Eltern und ihre Kinder bilden bei der Funk-WM ein gemeinsames Team. Eine großartige Gemeinschaftsleistung! Neben dem technischen Pioniergeist ist es die hervorragende Umgebung, sowohl topografisch als auch hochfrequenztechnisch, die die Lutherstadt Wittenberg zu einem optimalen Austragungsort der Funk-WM machen. Keine Erhebungen, die über 1° Grad liegen und keine Störungen durch Hochspannungsleitungen und Windenergieanlagen garantieren optimale Wettkampfbedingungen. Mitten im Grünen, umgeben vom Biosphärenreservat Mittelelbe und dem Fläming bietet die Lutherstadt die besten Voraussetzungen gegen Sendepause.
Wie nehmen Sie die organisatorischen Vorbereitungen der Weltmeisterschaft wahr? 
 
Von Anfang an ist es wichtig, Ängsten, Vorbehalten und Fragen mit klaren Aussagen entgegenzutreten. Eine Erfahrung, die sowohl für Veranstaltungen und als auch bei der künftigen Gestaltung der Lutherstadt als Ganzes gilt. Ein gutes Konzept lebt von Mitwirkung und Transparenz. Bereits 2015 haben uns die lokalen Organisatoren über diese großartige Vorhaben informiert. In enger und partnerschaftlicher Abstimmung fanden mehrere Treffen statt, um die städtischen Flächen für die Wettkämpfe zu prüfen. Von Anbeginn ist die Vorbereitung der Weltmeisterschaft geprägt von Verlässlichkeit und vertrauensvoller Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Versierte Organisatoren aus ganz Deutschland sorgen für eine professionelle und zugleich einmalige Weltmeisterschaft in unserer Region. Ich wünsche dem Organisationsteam gutes Gelingen bei den letzten Vorbereitungen!
 
Viele landwirtschaftliche Betriebe stellen unentgeltlich Flächen für die Funkstationen und deren Antennen zur Verfügung. Wie bewerten Sie das? 
 
Es ist ein eindrucksvolles Signal, das mich außerordentlich freut. Zugleich ist es eine bewährte Methode, die Großartiges entstehen lässt durch die Vernetzung von haupt- und ehrenamtlichen Trägern. Ein Gewinn für die Lutherstadt und die ganze Region.
 
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Kirchner!“
Die Fragen stellte Klaus Wöhler (DF9XV), Pressesprecher der Amateurfunk Weltmeisterschaft, der World Radiosport Team Championship 2018.

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